
Immer wieder werde ich gefragt welchen Sinn es macht Weißwein in Holzfässern auszubauen. Die Weine entwickeln im Holz einen enormen Schmelz und ein sehr weiches Mundgefühl. Der dezente Sauerstoffeinfluss eines Holzfasses ist hierfür verantwortlich.
Neue Holzfässer eignen sich weniger, denn wir wollen lediglich die Eigenschaften vom Holz, nicht den Geschmack. Sicherlich ist nicht jeder Weintyp dafür geeignet. Wir sind der Meinung, daß große Rieslinge zumindest zum Teil in Holzfässern ausgebaut werden sollten. Leichte fruchtbetonte Weine welche für schnellen Verzehr produziert werden, gehören eher in Edelstahl.
Gerade die ovalen Fässer haben in Rheinhessen Tradition, im Gegensatz zur Mosel wo überwiegend Fuder (rundes Fass mit 1000l Volumen) benutzt werden. In Rheinhessen baut man die Weine in Stückfässern aus. Dies hat seinen Hintergrund. Die Mosel ist bekannt für edelsüsse Rieslinge, Rheinhessen eher für die trockenen Qualitäten. Die ovalen Fässer bieten eine bessere Gärdynamik, was gerade bei Spontangärung ein wichtiger Faktor ist. Ein Stückfass fasst 1200 Liter. Vorwiegend werden Halbstück- und Stückfässer benutzt.